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Liebe Eltern, liebe KollegInnen,
verehrte Gäste

Ob geistreich, komisch, witzig oder aneckend und missraten empfunden,  so unterschiedlich die Geschmäcker sind, so vielfältig fallen die Urteile zu unernst gemeinten Bemerkungen aus. Generell erachte ich es bei der Fülle an Tabus und Verpflichtungen zu korrekter Ausdrucksweise als wohltuendes Ventil, wenn solche Schranken gelegentlich durchbrochen werden, solange Verletzungen und Missverständnisse unterbleiben.

In dem Roman „Schwindlerinnen“ der Schwedin Kerstin Ekmann (München 2011) erfindet eine Antiquarin auffallende Texte und klebt sie ausgedruckt auf eine Seite am Buchende. Nicht alle Kunden sind begeistert, aber wer ein gebrauchtes Buch im Geschäft erwirbt, muss diese Eigenheit akzeptieren. Die Mehrzahl ist angetan, ja diese Besonderheit spricht sich herum und lockt zusätzlich Interessenten in den ursprünglich kaum besuchten Laden. Manche verlassen ihn mit einem Buch, das sie eben wegen des kessen Spruchs reizt. Beispiele gefällig? Gern:

Bücherstaub verursacht
tödlichen Lungenkrebs.

Lesen in der Schwangerschaft
schadet Ihrem Kind.

Lesen macht
sehr schnell abhängig.
Fangen Sie erst gar nicht damit an.

Im Zusammenhang mit dieser Website verdient folgender Rat spezielle Aufmerksamkeit:

Lesen Sie Kindern nichts vor.
Es kann ihr Gehör schädigen.

(Fettdruck von mir. Zitate (kursiv geschrieben) S. 383 f.)

Sollte jemand besorgt sein, der Verzicht auf das Vorlesen wegen möglicher Hörschädigung sei nicht glaubwürdig, werde vielmehr als Bequemlichkeit gedeutet, mag sich der Antiquarin anschliessen. Sie bewertet diesen „ganz hervorragenden Zettel ... als Warnung vor mütterlichem Kulturimperialismus“ (S. 384). Wie edel! Wem dies zu ideologisch oder zu kämpferisch tönt, kann auf seinen oder ihren Mut verweisen, in Bildung und Erziehung ausgetretene Pfade zu verlassen und Neues auszuprobieren. Natürlich ersetzen solche Hinweise nicht umfassende Studien, die hoffentlich bald medizinische und pädagogische Wissenschaftler durchführen und der Öffentlichkeit präsentieren werden.
Werden verunsicherte Eltern heimlich, mit Taschenlampe, ihren Sprösslingen vorlesen?  

©Susi Ungricht Rex

Humor im Archiv:
„Spass mit Ohren“. 22. Januar 2014 und 15. Februar 2014
„Minderheiten“ (Hinweis auf Film am Ende des Beitrags). 22. Februar 2012